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Mounted Games

Mehr als ein Sport: Eine Leidenschaft!

Mounted Games (französisch «Pony Games»), sind rasante Staffetten-Rennen und etwas vom Spannendsten, das der Reitsport Kindern, Jugendlichen und Ponys zu bieten hat. Mounted Games erleben derzeit einen gewaltigen Aufschwung – weltweit. In der Schweiz konzentriert sich die Mounted Games-Szene weitgehend auf die Romandie. In der Deutschschweiz sind 2006 die ersten beiden Clubs in diesen Sport eingestiegen. Einer davon ist unser Pony Club Bonnie Ponies, das sei nicht ohne Stolz gesagt.

Der Pony Club Bonnie Ponies hat 2012 das allererste Mounted Games-Turnier in der Region Zürich/Ostschweiz durchgeführt, und es wurde ein grosser Erfolg. Das Interesse an den Mounted Games wächst seither stetig, von Jahr zu Jahr nehmen mehr Teams am Turnier teil. 2015 wird zum ersten Mal der Mounted Games Ost-Cup durchgeführt.

Ein bisschen Geschichte

Seinen Ursprung hat dieser Sport in Indien, nämlich in den Kampftechniken der Rajputen, der berittenen Kriegerkaste, der Kavallerie der indischen Streitkräfte. Da wurde zum Beispiel durch ein feindliches Lager geprescht und dabei in vollem Galopp die Zeltpflöcke aus dem Boden gerissen, um die Zelte zum Einsturz zu bringen. Auch in Friedenszeiten trainierten die Reiter ihre Fertigkeiten und massen sich in tollkühnen Geschicklichkeitsrennen. Im 19. Jahrhundert brachten die englischen Kolonialtruppen neben dem Polo auch diese später «Mounted Games» genannten Rennen nach England. Richtig populär und als Sport bedeutungsvoll wurden sie aber erst in den 1950er-Jahren, als Prince Philip sich der Mounted Games im The Pony Club annahm. Er erkannte das grosse Potential für die Ausbildung und Förderung der Reiterjugend, das in den Mounted Games steckte. Er standardisierte die Spiele, führte klare Regeln ein, baute ein Turnierwesen auf und stiftete den Prince Philip Cup. Um diese prestigeträchtigste Trophäe im Mounted Games-Sport spielen jedes Jahr an der «Horse of the Year-Show» die sechs besten Teams aus ganz Grossbritannien. Mounted Games sind Kult im Pony Club und gelten in England als Kaderschule der Reiterei. Viele namhafte britische Reiter haben ihre Reitkarriere im Mounted Games-Sattel begonnen, bevor sie sich dem Spring-, Polo- oder Militarysport zugewandt haben, so auch der internationale Spitzenreiter John Whitaker.

Im The Pony Club liegt die obere Altersgrenze für Mounties bei 15 Jahren. Um auch älteren Spielern und Nichtmitgliedern des Pony Clubs diesen Sport zu ermöglichen, gründete Norman Patrick 1984 die MGA GB (Mounted Games Association Great Britain). Aus dieser entstand die IMGA (International Mounted Games Association), der mittlerweile 20 Nationen angehören – auch die Schweiz, vertreten durch die SPMG (Swiss Pony Mounted Games).
Die IMGA richtet jährlich eine WM und eine EM aus, jede angeschlossene Nation ihre Landesmeisterschaft. Ausserdem gibt es internationale Club-Meisterschaften (Peter Dale-Challenge, Nordsee-Cup) sowie zahllose Freundschaftsturniere.

Mounted Games – ein hoch attraktiver Sport!

Mounted Games sind ein Teamsport, jedoch hat jeder Spieler als Staffetten-Reiter seinen individuellen Auftritt. Es geht um Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Zusammenspiel zwischen Reiter und Pony. Der Wettkampf zwischen den Konkurrenten ist unmittelbar; bis zu sechs Teams treten auf parallelen Bahnen gleichzeitig gegeneinander an. Mounted Games sind spannend und spektakulär – nichts für schwache Nerven! Ein Rennen ist erst zu Ende, wenn der letzte Reiter des Teams die Ziellinie überquert hat. Missgeschicke wie umgestossene Slalomstangen oder Fehler bei der Übergabe müssen sofort behoben werden. Das kostet Zeit und Punkte! Das Publikum fiebert mit, es braucht keine besondere Sachkenntnis, um dem Geschehen folgen zu können.

Je nach Kategorie werden zwischen acht und zwölf Rennen geritten. Ein Team besteht aus fünf Reitern und ihren Ponys, vier werden ins Rennen geschickt, einer setzt aus. Es gilt also, für die einzelnen Rennen die Reiter/Pony-Paare ihren Stärken gemäss geschickt einzusetzen, damit das Team möglichst gut punktet. Die Spiele sind klar reglementiert, um Fairness und Sicherheit zu gewährleisten. Sporen und Gerte sind verboten, grobes oder unsportliches Verhalten gegenüber Ponys oder Konkurrenten wird nicht geduldet und führt zum Ausschluss des Teams.

Mounted Games – ein idealer Einstieg in den Reitsport

«Spielerisch» im wahrsten Sinne des Wortes lernen die Kinder Fähigkeiten, die auch in anderen Reitsportdisziplinen unerlässlich sind: Sattelfestigkeit, Geschmeidigkeit, aktives, exaktes Reiten im Einklang mit dem Pony, einen zügelunabhängigen Sitz, korrekte Hilfengebung, Beweglichkeit, Koordination und Ausdauer. Die Spiele eignen sich – zuerst im Schritt oder sogar geführt – hervorragend als Annäherung und Einstieg in den Reitsport. Sie machen den Reitunterricht spannend und motivierend und bieten sich für interne kleine Wettkämpfe geradezu an.

Für wen eignen sich Mounted Games?

Alle Kinder lieben Mounted Games, alle können sich spielerisch in diesem Sport versuchen.

Wettkampfmässig betrieben sind Mounted Games jedoch ein Leistungssport und erfordern einigen Einsatz, vor allem viel Training. Mounted Games machen aber solchen Spass, dass die Mounties auch vom Training kaum genug kriegen. Ein guter Mountie zeichnet sich aus durch reiterliches Können, Verantwortung für sein Pony, Teamfähigkeit, gute Kondition, Geschicklichkeit, schnelle Auffassungsgabe, strategisches Denken, Kampfgeist und Durchhaltewillen. Das heisst er muss sein Pony im Griff haben, es jederzeit parieren und abwenden können, auch im vollen Galopp auf- und abspringen, genug Puste haben, um eine ganze Spielfeldlänge neben dem Pony herzulaufen, die Spielregeln im Kopf, die Konkurrenten im Blick und nicht zwei linke Hände haben ….. Wer sich zum Reiten hingezogen fühlt, weil es sich dabei um eine sitzende Tätigkeit handelt, ist bei den Mounted Games fehl am Platz! Allen anderen steht eine Karriere in einer der vielseitigsten, dynamischsten Reitsportdisziplinen nichts im Weg. Nicht einmal ein eigenes Pony ist erforderlich, die Ponys werden in der Regel von den Clubs gestellt. Der Wille zählt, alles andere kann man lernen!

Welche Ponys eignen sich für diesen Sport?

Grundsätzlich alle. Die meisten Ponys lieben Tempo, Action und Abwechslung und haben deshalb Spass an den Mounted Games. Selbstverständlich müssen auch die Ponys sorgfältig aufgebaut und trainiert werden, um den Anforderungen, die dieser Sport stellt – enge Wendungen, abrupte Stops, Aufspringen der Reiter etc. – gewachsen zu sein. Gute Mounted Games-Ponys sind immer auch dressurmässig gut ausgebildet. Die gemütlicheren Ponys eignen sich als geduldige Lehrmeister; die schnellen, wendigen sind auf dem Spielfeld im Vorteil, erfordern aber sicherere Reiter.

Klein aber...

Obschon ein kleiner Betrieb, hat sich der Pony Club Bonnie Ponies in der Mounted Games-Szene einen guten Namen gemacht. Unsere Mounties fallen auf durch ihr reiterliches Können und durch ihre hervorragenden, schönen Ponys. Unsere ReitschülerInnen lernen von Anfang an und schon von jung auf den Umgang und das Reiten mit unseren temperamentvollen, gehfreudigen, sensiblen aber hochanständigen englischen Reitponys. Da für uns Sperrriemen, stehendes Martingal und scharfe Gebisse aus ethischen Gründen nicht in Frage kommen, mag die Latte für den Einstieg in den Turniersport für unsere Kids etwas höher liegen, dafür müssen sie nicht mangelnde Kompetenz mit viel Leder und Stahl kaschieren. Wie sagte doch schon der grosse klassische Rittmeister Baucher? «L'ignorance conduit à la brutalité».

Pony Club Bonnie Ponies – die Reitschule nach britischem Standard